Wintergarten

Wer in der kalten Jahreszeit das Entspannen auf der Terrasse nicht missen möchte, der kann seinen Wohnraum durch einen Winter-oder Sommergarten erweitern. Dort lässt sich auch bei launenhaftem Wetter die Nähe zur Na­tur bis in die späten Abendstunden genießen.

Wintergarten

Dank Wintergarten sitzt man in diesem Esszimmer hell und freundlich. Foto: pro_creator/www.elements.envato.com

Ein Wohnwintergarten wird vom Bundesverband Wintergarten als „geschlossener Anbau an ein Gebäude, ein selbstständiges Bauwerk oder eine in das Gebäude integrierte Konstruktion mit mindestens einer Wandfläche“ definiert. Da er als zusätzlicher Wohnraum gilt und ganzjährig genutzt werden kann, wird seine Fläche bei der Berechnung der Wohnfläche vollständig mitgezählt. Zudem müssen bei einem Wintergarten sowohl baurechtliche als auch technische Voraussetzungen erfüllt werden. Hierzu zählen zum Beispiel Statik, Dämmung und Belüftung. Ein Wintergarten ist außerdem mit einem Heizsystem ausgestattet, wodurch sich der Innenraum auf Behaglichkeitstemperaturen von 19 Grad erwärmen lässt. Auch Schlagregen darf dem luft- und
winddichten Bauwerk nichts anhaben.

Sommergarten

Ein Sommergarten oder in der Fachsprache auch Kaltwintergarten genannt, ist rundum von Glaselementen umschlossen, die sich bei Bedarf öffnen lassen. Durch die Sonneneinstrahlung wärmt sich das Glashaus auch bei kühleren Temperaturen auf, sodass Frühling und Herbst geschützt vor Wind und Regen auf der Terrasse zugebracht werden können. Ein großer Vorteil der einfachen Glasscheiben ist, dass sie ohne Rahmen auskommen und einen uneingeschränkten Blick ins Freie bieten. Glas-Faltwände nehmen besonders in geöffnetem Zustand weniger Platz ein, wohingegen sich Glas-Schiebetüren besonders leicht bedienen lassen. Während der kalten Jahreszeiten kann der Sommergarten außerdem von Pflanzenliebhabern genutzt werden, um beispielsweise ihre Oliven- und Orangenbäume frostsicher überwintern zu lassen. Der Kaltwintergarten wird nicht als zusätzlicher Wohnraum bei der Berechnung der Wohnfläche hinzugezählt. Grund dafür ist, dass er ungedämmt, unbeheizt und nur temporär nutzbar ist. Daher muss er auch keinen Energiesparauflagengenügen. Dennoch unterliegt der Kaltwintergarten einer Genehmigungspflicht. Diese gilt mit wenigen Ausnahmen in den meisten Bundesländern erst ab einer Quadratmeteranzahl von 30 Metern und einer Tiefe von drei Metern. Der Abstand zum Nachbargrundstück sollte die üblichen drei Meter nicht unterschreiten. Bei Doppelhaushälften oder Reihenhäusern ist dies nicht immer möglich, weshalb eine schriftliche Einverständniserklärung der Nachbarn eingeholt werden muss.

Terrasse

In gemütlicher Atmosphäre lässt sich hier der Abend genießen. Foto: wirestock/www.elements.envato.com

Auch eine reine Terrassenüberdachung bringt hohen Mehrwert. Bei der Dachform stehen einige Möglichkeiten zur Auswahl, darunter Flach-, Schräg- oder Pultdächer. Entschieden wird nach optischen und funktionalen Kriterien: So besticht ein Flachdach beispielsweise durch eine moderne Anmutung, während ein Pultdach preisgünstiger ist und dank der leichten Neigung auch problemlos gereinigt werden kann. Klassische Überdachungen aus Glas sollten unbedingt durch ein zusätzliches Verschattungssystem ergänzt werden, um an heißen Sommertagen nicht in der prallen Sonne zu sitzen. Außerdem lässt sich eine Terrassenüberdachung mit Windschutzelementen ausstatten, die es möglich machen, auch während windigen und regnerischen Wetters Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Hier stehen ebenfalls mehrere Optionen offen. Seitenmarkisen dienen beispielsweise als flexible Windblocker, Outdoorvorhänge bieten Sichtschutz für mehr Privatsphäre und mit verschiebbaren Glaselementen lässt sich der Lieblingsplatz auf der Terrasse sogar zu einem Glashaus ausbauen. Dieses eignet sich hervorragend, um die Terrassenmöbel rund um die Uhr vor der Witterung zu schützen. Dem Bundesverband Wintergarten zufolge müssen diese Windschutzelemente im Unterschied zum Wintergarten nicht schlagregen-, luft- oder winddicht sein.

Sonnenschutz

Gut geschützt durch eine Markise kann man Mahlzeiten auch draußen einnehmen. Foto: adpephoto/www.elements.envato.com

Um im Sommer geschützt vor der Sonne draußen sitzen zu können, bietet sich eine Outdoorverschattung an. Terrassendächer können mit innen oder außen liegenden Markisen versehen werden. Vertikal montierte Textilscreens an den Seiten bieten zusätzlich Sichtschutz. Auch bei Sommer- oder Wintergärten verhindert ein effektiver Sonnenschutz, dass sich der Bereich übermäßig aufheizt. Je nach Konstruktion können dafür beispielsweise Rollläden oder Lamellendächer zum Einsatz kommen, die sich individuell einstellen
lassen. Ein smarter Sonnenschutz kann darüber hinaus per Handsender, App, Sprachsteuerung oder WMS Wetterstation bedient werden.

Beleuchtung

Licht macht Stimmung, sowohl in Innenräumen als auch im Outdoor-Bereich. Foto: duallogic/www.elements.envato.com

Winter- oder Sommergärten schaffen mehr Raum und bringen dank der großflächigen Verglasung viel Tageslicht in den Innenraum. Um, auch wenn die Tage kürzer werden, möglichst viel Zeit umringt von Natur zubringen zu können, lohnt es sich zusätzlich in ein künstliches Beleuchtungskonzept zu investieren. So kann der Bereich auch während abendlicher Stunden für ein gemütliches Beisammensein oder als Rückzugsort zum Lesen genutzt werden. Für gute Sicht: Die primäre Aufgabe einer durchdachten Beleuchtung ist es, Sicherheit
und Orientierung zu gewährleisten. Beispielsweise minimieren ausgeleuchtete Terrassenstufen die Stolpergefahr. Das richtige Ambiente: Mit Licht lassen sich eine einzigartige Stimmung und Atmosphäre schaffen, indem beispielsweise Akzentleuchten platziert werden. Zur Auswahl stehen auch Terrassendächer und Markisen mit bereits integrierter LED-Beleuchtung, die per Knopfdruck in unterschiedlichsten Farben erstrahlt.

Boden

Bei der Auswahl des Bodenbelags ist fachliche Beratung sinnvoll. Foto: PedaltotheStock/www.elements.envato.com

Während ein Wintergarten mit unterschiedlichsten Bodenbelägen ausgestattet werden kann und diese lediglich zu dem jeweiligen Innenraumboden passen sollten, ist die Auswahl für einen Kaltwintergarten begrenzter. Wie auf der Terrasse ist der Boden hier nämlich verschiedenen Witterungseinflüssen ausgesetzt, weshalb er besonders temperaturresistent und robust sein sollte. Fliesen und Feinsteinzeug eignen sich dafür besonders gut, aber auch Holz, das Naturverbundenheit und Behaglichkeit vermittelt.

Mit dem Wintergarten Energie sparen

Ein nach Süden ausgerichteter Wintergarten kann dazu verhelfen, während der kalten Jahreszeiten Heizenergie einzusparen. Dies gelingt, indem die großzügige Verglasung für den Gewinn passiver Solarenergie genutzt wird. Der unmittelbare Einfall des Sonnenscheins erwärmt die Fußböden und die Wände, weshalb bei niedrigen Außentemperaturen weniger geheizt werden muss. Im Umkehrschluss kann sich ein Wintergarten im Sommer allerdings stark aufheizen. Damit die passiven Solarenergiegewinne nicht durch übermäßigen Stromverbrauch der Klimaanlage weggekühlt werden müssen, ist ein sorgfältig geplantes und flexibles Verschattungssystem ausschlaggebend.

Outdoor-Möbel

Outdoor-Möbel sollen nicht nur schick, sondern unbedingt auch outdoor-tauglich sein. Um lange Freude daran zu haben, gilt es, auf die Qualität zu achten. Foto: PedaltotheStock/www.elements.envato.com

Da es in einem gedämmten Wintergarten zu keinen starken Temperaturschwankungen kommt, können Möbel dort geschützt das ganze Jahr über stehen bleiben. Bei einem Sommergarten oder auf der Terrasse verhält sich das anders. Hier sollte bei der Materialwahl bedacht werden, dass die Möbel der Witterung trotzen müssen.
Holz bedarf generell mehr Pflege und Wartung als Aluminium oder Polyrattan, die nur gelegentlich abgewischt werden müssen. Damit die Möbel möglichst lange ihre Funktion, Form und Farbe behalten, sollten sie über den Winter idealerweise frostfrei, trocken und ausreichend belüftet gelagert werden. Um die Lebensdauer der Möbel zu verlängern ist es auch ratsam, sie vor UV-Strahlung zu schützen.

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