So baut man 2026
Die angesagtesten Haustrends fürs kommende Jahr: Das sind modernste Hausformen und Bauweisen, und auch solche, die sich schon länger bewährt haben und nach wie vor hoch im Kurs stehen. Welche genau, erfahrt ihr hier. Lasst euch inspirieren! Denn wie wir heute bauen, bestimmt, wie wir in Zukunft leben.
Text: Astrid Barsuhn/Christine Meier
Mit Blick in die Zukunft
Ein Haus zu bauen, ist ein Abenteuer. Man kann seine persönlichen Wohnwünsche in die Tat umsetzen – und sich so ein Zuhause schaffen, das voll und ganz den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen entspricht. Doch der Bau eines Hauses ist auch sehr teuer, zeitintensiv und nervenaufreibend – ein Lebensprojekt eben. Darum sollte am Ende auch alles für lange Zeit passend für die künftigen Bewohner sein, was eine sehr überlegte, durchdachte Planung voraussetzt. Denn nur ein Zuhause, in dem man lange gut leben kann, ist auch nachhaltig.
Es gilt daher, sich zuallererst zu fragen, wie man bauen möchte, was einem wichtig ist und wie man künftig leben möchte und wird. Denn beim Hausbau legt man sich langfristig fest, und auch, wenn etwas aus verschiedenen Gründen gerade total in ist, für viele erstrebenswert und gut, muss das nicht bedeuten, dass es auch das richtige für das eigene Leben und Wohnen ist. Aktuell lässt sich ein deutlicheres Bewusstsein für ein nachhaltigeres Verhalten erkennen. Aber auch die wirtschaftliche Gesamtsituation, steigende Baukosten, hohe Zinsen und schwer zu erhaltendes Bauland haben Einfluss darauf, wie wir bauen.
Weniger ist mehr
Kleine Häuser sind angesagt. Das liegt zunächst daran, dass Bauland immer schwieriger zu bekommen und entsprechend teuer ist. Kleiner bauen erhöht also zum einen die Chance, überhaupt ein bezahlbares Grundstück zu ergattern und zum anderen spart es Fläche und damit a) Anschaffungskosten und b) Energie- und andere Unterhaltskosten bei der Nutzung. Ein weiterer Grund für ein kleines Haus kann auch die bewusste Entscheidung für einen minimalistischen Lebensstil sein. Oder – wie es oft bei älteren Paaren der Fall ist, bei denen die Kinder bereits ausgezogen sind – eine Reduktion des Wohnraums kann eine echte Entlastung bedeuten, die mit weniger Arbeit und geringeren Energie- und Unterhaltskosten einhergeht.


Lange Zeit hatte hoher Wohlstand dazu geführt, dass auch die Ansprüche bezüglich Größe und Komfort unserer Wohnungen stiegen. Die durchschnittliche Wohnfläche kletterte von 1991 bis 2021 im Schnitt von 34,9 auf 47,7 Quadratmeter Wohnfläche und von 1,8 Wohnräumen auf 2,3 Wohnräume, die pro Person zur Verfügung standen. Es steigt jedoch seit langem auch der Anteil an Ein- und Zweipersonen-Haushalten kontinuierlich an. Klar, als Paar braucht man weniger Platz als eine Familie, kann sich anders organisieren, aber die Basisräume wie Wohnen, Essen, Kochen, Schlafen und Bad werden ebenso gebraucht.
Doch warum nicht mal anders denken? Sich fragen, was man wirklich braucht und sich auf weniger besinnen? Sich auf das Wesentliche konzentrieren – oder anders ausgedrückt: suffizient leben. Als Fortsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens bedeutet dies, mit dem Nötigen auszukommen und bewusst den Verbrauch an endlichen Ressourcen zu schonen. Das Konzept basiert auf einem neuen Verständnis von Wohlstand und Lebensqualität, jenseits von Wachstum und Konsum. Suffizient bauen heißt nicht billig bauen, sondern bewusst und sparsam. Minimalistisch, einfach in der Form und mit Blick aufs Wesentliche, hochwertig und langlebig in Materialwahl und Funktionalität.

eine gute Alternative zur Miet- oder Eigentumswohnung sein. Clever geplant, kommt hier selbst auf kleinstem Raum alles Nötige unter. Foto: RossHelen/www.elements.envato.com
Ein eigenes Haus, und sei es noch so klein, bietet meist mehr Privatsphäre als eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Und die Aussicht bei stetig steigenden Mietpreisen im Alter mietfrei im Eigenheim zu wohnen, eine beruhigende Perspektive. Durchdacht geplant, bietet auch eine geringere Quadratmeterzahl viel Raum, Komfort und Freiheit: mit klar zonierten, offenen Grundrissen, die Bewegungsfläche sparen und lange Sichtachsen schaffen, mit ausreichend Stauraum, cleveren Einbaumöbeln und viel Tageslicht. Raumhohe Schränke, Türen und Fenster sorgen dafür, dass Räume höher wirken, und lange, liegende Fenster strecken einen Raum in der Waagerechten. Es gibt also einige Tricks und Kniffe, mit denen auch aus dem kleinsten Zuhause ein wahres Raumwunder wird!
Wer ein Haus baut, tut dies meistens, um größere Freiheit zu genießen. Sich dennoch beim Bau
des neuen Zuhauses auf das Wesentliche zu konzentrieren und möglichst klein, also nur so groß zu bauen, wie nötig, hat einige Vorteile:
- kleinere Häuser brauchen weniger (teure) Grundstücksfläche, weniger Baustoffe und sind somit preisgünstiger
- schwierig geschnittene Grundstücke, die klein, schmal und lang sind, können erschwinglicher und leichter zu bekommen sein
- kleinere Häuser können neben Grundstücks- auch Bau- und Unterhaltskosten z.B. für das Heizen sparen
- durch weniger überbaute, neu versiegelte Fläche und geringeren Baustoff- und Energieverbrauch können kleinere Häuser eine bessere Ökobilanz haben
- kleinere Häuser erfordern kreative, durchdachte Grundrisse – so entstehen sehr individuelle Raumwunder mit hoher Wohnqualität und großzügiger Atmosphäre.
Du bist Single oder lebst als Paar und möchtest ein Haus bauen? Hier erfährst du noch mehr zum Thema Singlehäuser.
Easy auf einer Ebene
Bungalows haben den großen Vorteil, alle für den Alltag nötigen Wohnbereiche und Zimmer auf einer Ebene unterzubringen. Das Zuhause kann also barriere- und schwellenarm ausgeführt werden und bietet damit für Familien mit kleinen Kindern ebenso komfortablen Wohnraum wie für ältere Semester. Denn per Definition ist ein Bungalow ein eingeschossiges, ebenerdig angelegtes Gebäude. Es kann mit ganz unterschiedlichen Dachformen wie Sattel-, Zelt- oder Flachdach umgesetzt werden und bietet oft aus vielen Räumen unmittelbaren Zugang nach draußen. Dieser direkte Übergang zum Außenraum und die bequeme, altersgerechte, also zukunftsfähige Organisation auf einer Wohnebene sind die markanten Pluspunkte des Eingeschossers.

Damit auf einer Ebene sowohl die Gemeinschaftsbereiche als auch die privaten Schlafzimmer ausreichend Platz finden und ein harmonischer Alltag möglich ist, bedarf es einer guten Grundrissplanung mit einer klugen Zonierung. Auch hier kann es sinnvoll sein, Bewegungsflächen gering zu halten, um stattdessen an Wohnraum zu gewinnen. Oder Flur- und Nutzflächen werden bewusst als Pufferzonen zwischen Wohn- und Schlaftrakt sowie Eltern- und Kinderbereich angeordnet. Hier kann auch eine L-Form des Gebäudes hilfreich sein – warum der klassische Winkelbungalow so beliebt ist.
Damit der Übergang von Innen- und Außenraum frei, offen und luftig wirkt, benötigt ein Bungalow Platz drumherum. Außerdem wirkt ein eingeschossiger Bau, eingezwängt zwischen Nachbarhäusern, schnell beengt. Diese Bauform eignet sich also in der Regel vor allem auf größeren Grundstücken und dementsprechend eher in Vororten oder auf dem Land als für enge Nachverdichtungen. Doch auch Bungalows müssen keine Flächenfresser sein. Auch sie gibt es mit kompakten, platzsparenden Grundrissen.


Eine Herausforderung bei der ebenerdigen Anordnung der Wohnbereiche kann es sein, auch Flure und innenliegende Bereiche ausreichend mit Tageslicht zu versorgen. Eine L-förmige Anlage um eine Terrasse oder ein innen liegender Lichthof können ästhetische Lösungen sein, die zum einen Tageslicht in den Innenraum bringen und gleichzeitig geschützte Freiräume schaffen. Aber auch spezielle Flachdachfenster helfen, Tageslicht ins Innere des Bungalows zu lassen.
Die Vorteile eines Bungalows:
- Barrierefreiheit: Komfort und Sicherheit für junge Familien sowie die Möglichkeit, auch im Alter noch autonom zu wohnen
- unmittelbare Naturnähe, direkte Verbindungen nach draußen: besonders im Sommer verschmelzen Innen- und Außenbereich, wo es möglich ist, schaffen große Verglasungen viel Weite und Großzügigkeit
- individuelle Grundrisse, Raumkonzepte mit allen Wohnbereichen auf einer Ebene.
Hier erfährst du noch mehr zum Thema Bungalows.
Zusammen bauen
Ein weiterer Weg, um bei Grundstückskauf und Hausbau zu sparen, kann es sein, sich mit anderen zusammenzutun und gemeinsam zu bauen. Wenn man als Baugemeinschaft, also zum Beispiel mit einer zweiten Partei, ein Doppelhaus baut, kann man mit weniger Grundstücksfläche auskommen. Das spart einige teure Quadratmeter, da die beiden Doppelhaushälften auf einer Seite quasi bis an die Grundstücksgrenze gebaut werden und die sonst nötigen Abstandsflächen zum Nachbarn entfallen. Außerdem sparen Doppelhaus-Bauherren an Makler- und Notargebühren sowie der Grunderwerbsteuer, da sich in der Regel fast alle Kaufnebenkosten des Grundstücks prozentual am Kaufpreis orientieren. Und wenn zum Beispiel nur eine Firma für den Aushub beider Baugruben für Keller oder Bodenplatte beauftragt wird, lässt sich ebenfalls sparen.
Wer gemeinsam plant und im besten Fall mit einem gemeinsamen Haushersteller zeitgleich baut, kann bei der kompletten Baustelleneinrichtung sparen – sie muss dann nur einmal bereitgestellt und die Kosten können geteilt werden. Außerdem kann dann auch die Gestaltung optimal aufeinander abgestimmt werden. Dabei müssen die Grundrisse selbst bei äußerlich gleicher Erscheinung keineswegs identisch sein, sondern jede Partei kann ihre Raumaufteilung individuell gestalten.


Das Leben mit einem Doppelhausnachbarn hat einerseits viele Vorteile, wie die Möglichkeit,
sich gegenseitig zu unterstützen, was besonders bei Freunden oder Familien der Fall ist. Andererseits sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass beide Parteien ausreichend Privatsphäre haben. Sichtschutz und nötige Distanz bei Eingängen und Terrassen – letztere nicht direkt nebeneinander, sondern eventuell übereck zu legen, kann eine gute Lösung sein – sowie effektiver Schallschutz durch eine doppelte, akustisch entkoppelte Trennwand sind obligatorisch für das harmonische Leben Seite an Seite.
Wenn es nicht zwei komplette Haushälften sein sollen oder müssen, ist auch ein Haupthaus mit zweiter Wohneinheit, also mit Einliegerwohnung, denkbar. Von einer Einliegerwohnung spricht man, wenn der Wohnraum eine abgeschlossene Wohneinheit in einem Einfamilienhaus bildet. Sie muss deutlich kleiner als der Hauptwohnbereich, mindestens aber 23 Quadratmeter groß sein. Sie verfügt über ein Zimmer zum Wohnen, ein Badezimmer und eine Küche bzw. Küchenzeile. Die zweite Wohneinheit kann bei einem Hanggrundstück gut im Untergeschoss untergebracht werden, kann aber auch auf Erdgeschossebene, unterm Dach oder in einem seitlichen Anbau unterkommen.
Diese zweite Wohnung kann vielfältig genutzt werden: von den heranwachsenden Kindern, einer Au-pair-Kraft, den Eltern oder Schwiegereltern oder einer Pflegekraft. Oder man zieht später selbst dort ein und vermietet die Hauptwohnung. Ein separater Hauseingang ist nicht zwingend erforderlich – der Flur oder das Treppenhaus des Haupthauses kann auch gemeinsam genutzt werden. Je nachdem wie, beziehungsweise von wem die Wohnung genutzt werden soll, kann es – wie beim Doppelhaus – aber sinnvoll sein, Eingänge und Terrassen mit gewisser Privatsphäre zu planen. Denn gerade bei einem Haus mit Einliegerwohnung ist ein ausgewogenes Verhältnis von Nähe und Distanz wichtig.
Vorteile vom gemeinsamen Bauen sind:
- Mehrgenerationen-Wohnen stärkt den familiären Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung ist dank kurzer Wege leicht umsetzbar
- Einliegerwohnungen können beispielsweise flexibel genutzt werden: von Familienmitgliedern (Großeltern, heranwachsenden Kindern) oder Pflegepersonal oder sie können untervermietet werden
- Doppelhäuser bieten viel Sparpotenzial, da Planungs- und Baukosten – besonders, wenn beide Hälften gemeinsam geplant und gebaut werden – durch zwei geteilt werden
- durch das Zusammenrücken und das Teilen der vorhandenen Fläche sowie auch der Baustelleneinrichtung, der Erschließung sowie der Hausinstallation und
-technik, können Ressourcen und Kosten eingespart werden.
Hier erfährst du noch mehr zum Thema Gemeinsam bauen.
Natürlich gut: Holzfertighäuser
Auch das Bauen mit Holz liegt im Trend – und das hat gute Gründe. Das Naturmaterial sieht super aus, ist zeitlos und bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Außerdem hat es eine sehr gute Ökobilanz. Holz kommt oft regional vor, die Transportwege sind daher kurz und seine Verarbeitung braucht relativ wenig Energie. Außerdem entsteht fast gar kein Müll und – wenn keine Verbundstoffe oder Holzschutzmittel verwendet wurden – lässt es sich gut wiederverwerten. Theoretisch ist der nachwachsende Baustoff endlos verfügbar, er sollte allerdings aus regionaler, verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammen.

Foto: Stockphoty/www.elements.envato.com
Wer sich für den Bau mit einem Fertighaushersteller entscheidet, hat den Vorteil eines Rundum-Services, also alles aus einer Hand und in relativ kurzer Zeit zu bekommen. Gestalterisch ist von traditionell bis hochmodern jeder Architekturstil individuell realisierbar. Fertighaushersteller sind oft aus früheren Schreinereien entstanden und beschäftigen heute hunderte spezialisierte Mitarbeiter, arbeiten auf höchstem technischem Niveau und bieten unterschiedliche Konstruktionen und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Die Dach- und Wandelemente in Holzrahmen-, Holztafel-, Holzständer-, Skelett-, Blockbohlenbauweise oder als Massivwandsystem werden millimetergenau im Werk vorgefertigt und in kurzer Zeit von nur ein bis zwei Tagen auf der Baustelle montiert.

Und auch mit besten inneren Werten überzeugen moderne Holzhäuser: Da viele Haushersteller bei der gesamten Wandkonstruktion auf natürliche roh- und schadstoffgeprüfte Baustoffe setzen, überzeugen diese meist mit sehr guten ökologischen Eigenschaften. Zudem erfüllen sie problemlos die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Denn die moderne Holzfertigbauweise punktet dank ausgeklügelter Gesamtsysteme, bestehend aus Gebäudehülle und modernster Haustechnik, mit hoher Energieeffizienz und besten Nachhaltigkeitseigenschaften – ist also absolut zukunftsweisend. Der Energiebedarf ist oft sehr gering und leicht durch selbst erzeugten PV-Strom mit Wärmepumpenheizung zu decken.
Darüber hinaus hat Holz auch positive wohngesunde Eigenschaften. Es hat eine angenehme Oberfläche und wird im Wohnumfeld, weil nicht kälteabstrahlend, als warm und behaglich empfunden. Zudem schafft es Ruhe und Geborgenheit, was sogar wissenschaftliche Studien belegen, denen zufolge es sich positiv auf Herzfrequenz und Blutdruck auswirkt.

Weitere Vorteile des Holzfertigbaus:
- umfassende Beratung und Betreuung: von der Planung bis zur Schlüsselübergabe – und oft darüber hinaus. Für die Koordination aller Arbeiten und Gewerke gibt es einen Ansprechpartner
- kurze Bauzeit dank präziser Vorfertigung im Werk; wo die Qualität sehr gut überwacht und gewährleistet werden kann und wodurch der Hausbau genau planbar ist
- feste Preise und Termine meist garantiert
- in Musterhäusern sind Raumkonzepte und Materialien vorab live erlebbar
- Service inklusive: Bauplatzsuche, Finanzierungsberatung und Unterstützung bei
Planung und Baugenehmigung - Zusatzleistungen: viele Hersteller bieten sogar Kellerbau, Garagen, Fenster, Treppen und mehr aus eigener Fertigung an.
Letztlich speichert Holz bzw. der Baum, während er wächst, klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2). Etwa eine Tonne CO2 bindet ein Kubikmeter Holz. Erst wenn das Holz verbrannt wird oder verrottet, wird dies wieder abgegeben. Da Holzhäuser, wie alte Fachwerkhäuser beweisen, mehrere hundert Jahre halten, handelt es sich um wahre Klimaschützer: ökologisch, energiesparend und wohngesund!
Hier erfährst du noch mehr über das Thema Fertighäuser.










