Eben wohnen
Bungalows sind wieder im Kommen, denn bequem und barrierearm auf einer Ebene zu leben, ist für viele Baufamilien verlockend. Gestalterisch sind dem eingeschossigen Haustyp keine Grenzen gesetzt. Wir zeigen dir, wie unterschiedlich Bungalow-Varianten aussehen können.
Was ist eigentlich ein Bungalow
Die Bezeichnung Bungalow (bangal) stammt aus dem Hindi und bedeutet „Landhaus“. Im europäischen Raum ist damit ein eingeschossiges frei stehendes Wohnhaus gemeint. Sollte das Gebäude über ein weiteres Stockwerk verfügen, wäre es bautypologisch kein Bungalow mehr. Dennoch wird beispielsweise ein Haus mit einer Wohnung, die alle wesentlichen Räume auf einer Ebene vereint, als Bungalow-Variante bezeichnet. Ein Bungalow wird klassischerweise mit einem Flachdach in Verbindung gebracht, bietet aber vielzählige Gestaltungsmöglichkeiten.
Wer zu Hause keine Treppen erklimmen möchte, der ist mit diesem Wunsch nicht allein, denn der Bungalow erfährt aktuell ein Comeback. In dem eingeschossigen Haustyp lassen sich alle wesentlichen Wohnräume auf einer Ebene nutzen, wodurch die Bewohner bequem und barrierearm ihrem Alltag nachgehen können. Indem die Nutzungen horizontal kombiniert anstatt wie in einem Einfamilienhaus zweigeschossig gestapelt werden, benötigt ein Bungalow allerdings mehr Grundfläche und daraus resultierend auch eine größere Dachfläche. Da Bauland immer knapper wird und die Grundstückskosten steigen, könnte das dem Traum von einem Eingeschosser im Weg stehen. Für dieses Problem gibt es allerdings Lösungswege: Gut durchdachte Grundrisse machen es möglich, den Verbrauch der Grundfläche zu verringern. Beispielsweise können Raumverbindungen so eingeplant werden, dass weniger Grundfläche durch Erschließungsflure verschwendet wird. Wer sich mit einem kleineren Bungalow begnügen kann, der könnte alternativ sogar das Leben in einem eingeschossigen Tiny- House in Erwägung ziehen. Mit Blick in die Zukunft, insbesondere im Alter, könnte ein barrierearmer Bungalow die richtige Wahl sein. Um möglichst alle Gefahrenstellen auszuschließen, lohnt es sich, einen Experten zu beauftragen. Architekten oder Fachplaner können nämlich von Beginn an die komplexen Anforderungen an die Barrierefreiheit mit den gestalterischen Vorstellungen der Bauwilligen vereinen. Wenige Stufen lassen sich beispielsweise nachträglich mit einer Rampe überbrücken, sodass das Haus auch mit einem Rollstuhl befahrbar ist. Eine angemessene Breite der Türen und großzügige Räume sollten hingegen bereits vorzeitig eingeplant werden. Offen, hell und individuell. Vor allem die offenen und frei gestaltbaren Grundrisse machen den Bungalow zu einer begehrten Lifestyle-Bauform. Die luftige Raumwirkung wird bei diesem Haustyp meist durch großzügige Fensterfronten verstärkt, die reichlich Licht einfallen lassen und das Herz höherschlagen lässt. Während der Gestaltung offener Raumkonzepte sollte jedoch frühzeitig ausreichend Stauraum einge-plant werden. So lassen sich maßgeschneiderte Einbauschränke nahtlos in die Wohnumgebung integrieren und es kann auch ein Keller vorgesehen werden, in dem zum Beispiel die Haustechnik seinen Platz findet. Der Keller wird im Bungalow, ebenso wie ein nur als Lagerfläche dienendes Dachgeschoss, nicht als Wohngeschoss mitgezählt. Ob als Altersruhesitz, Eigenheim für eine kinderreiche Familie oder Ferienhaus – die vielen Gestaltungsmöglichkeiten lassen den Bungalow nicht ohne Grund zu einer beliebten Wohnform avancieren.
Welche Bungalow-Varianten gibt es?
Keiner gleicht dem anderen: Bungalows können architektonisch sehr vielfältig gestaltet werden. Wir haben vier Projektbeispiele für dich zusammengestellt, um ein paar der unterschiedlichen Möglichkeiten zu illustrieren.
Flachdach-Bungalow

Diese Art des Bungalows wird oftmals als Klassiker angesehen, da das flache Dach und der eingeschossige Baukörper charakteristisch für diesen Haustyp sind. Die Dachformen eines Bungalows können aber durchaus variieren und auch architektonisch stehen zahlreiche Möglichkeiten offen. Vor allem bei der Planung der Grundrisse bestehen vielfältige gestalterische Freiheiten.
Winkel-Bungalow

In einem Winkel-Bungalow ist der Grundriss nicht rechteckig oder quadratisch, sondern verfügt über spitz zulaufende Ecken. Damit die namensgebenden Winkel entstehen, kann der Grundriss beispielsweise
Z- oder L-förmig sein. Das abgebildete Beispiel verfügt zudem über ein Walmdach, bei dem alle vier Seiten der Überdachung abgeschrägt sind. Hierdurch wird dem Gebäude ein klassisches Aussehen verliehen.
Modulare Bungalows

Modulare Bungalows bestehen aus einem oder mehreren im Werk des Herstellers vorgefertigten Modulen. Diese werden per Tieflader an den vorgesehenen Standort gefahren und dort flexibel zu dem gewünschten
Eigenheim zusammengesetzt. Für Bungalow-Liebhaber, die auch mit weniger Wohnfläche auskommen, ist beispielsweise ein Tiny-House in modularer Bauweise eine preisgünstigere Alternative.
Bungalow in Hanglage
Bei diesem Eigenheim in Hanglage handelt es sich um eine Bungalow-Variante, da das Gebäude zwei Geschosse umfasst. Alle wesentliche Wohnräume sind in diesem Beispiel auf der oberen Ebene nutzbar.
Unterhalb des Hanggeschosses lassen sich hingegen Nebenräume oder sogar eine Einliegerwohnung unterbringen. In einer solchen zusätzlichen Wohnung könnte im Alter beispielsweise eine Pflegekraft unterkommen.

Vorteile eines Bungalows
Barrierearm: Das barrierearme Leben auf einem Niveau birgt zahlreiche Vorteile. Familien mit Kindern können bei einer stolperfreien Umgebung erleichtert aufatmen und Menschen mit Behinderung haben die Möglichkeit,
den Grundriss des Hauses entsprechend ihrer Bedürfnisse anzupassen, sodass beispielsweise ausreichend Manövrierflächen für eine Nutzung mit dem Rollstuhl bestehen. Ein Blick in die Zukunft kann ebenfalls Anreize zum Bau eines Bungalows schaffen. Mit eine altersgerechten und barrierearmen Grundrissplanung müssen sich
die Bewohner nicht mit aufwendigen Treppenliften oder Personenaufzügen befassen und während der Rente auch keine Stufen erklimmen.
Viele Gestaltungsmöglichkeiten: Da weder die Statik höherliegender Geschosse noch tragende Wände berücksichtigt werden müssen, bietet ein Bungalow sehr viel gestalterische Freiheit. Daraus ergeben sich individuelle, offene und moderne Raumkonzepte. Aufgrund der verschiedenartigen Bungalow-Formen lassen sich zudem einzelne Trakte schaffen. So stehen beispielsweise rechteckige, Z- oder L-förmige Varianten zur Auswahl, wobei die letztere Form auch als Winkel-Bungalow bezeichnet wird. Dank dieser Voraussetzungen können in einem Bungalow das Arbeiten und Wohnen wunderbar unter einem Dach vereint werden.
Verbindung von innen und außen: Charakteristisch für den Haustyp Bungalow ist häufig eine großflächige Verglasung. Durch die beliebten raumhohen Glastüren und Fensterfronten fällt einerseits reichlich gesundes Tageslicht in den Innenraum. Andererseits wird, da der Blick hinaus auf das Nullniveau gerichtet ist, ein direkter Bezug zum Außenraum geschaffen. Weil die umliegenden Gärten und Grundstücke somit Teil des Wohnraum werden, sollte ihre Bepflanzung mit Bäumen, Gräsern und Büschen von vornherein in die Planung integriert werden.







