Holzböden im Trend

Ob aus Massivholz oder in täuschend echter Holzoptik – Holzböden liegen im Trend. Sie bringen Wärme, Behaglichkeit und einen Naturbezug in die eigenen vier Wände. Wer sich den Holz-Look wünscht, hat viele Entscheidungen zu treffen: Parkett, Mehrschichtparkett oder Laminat? Dazu kommen unzählige Verlegemuster, Oberflächen und Designs. Unser Überblick hilft dir, den passenden Boden für dein Zuhause zu finden.
Noch nie zuvor war das Angebot an Fußböden so vielseitig wie heutzutage. Da Bodenbeläge das Ambiente des Raums maßgeblich beeinflussen und zeitgleich besonders langlebig sein müssen, solltest du dir zunächst eine Übersicht über die wichtigsten Eigenschaften der einzelnen Fußbodenarten verschaffen. Wenn du dich für einen Boden im Holz-Look entschieden hast, stehen dir auch hier zahlreiche Beläge, Holzarten, Farben, Stabgrößen und Verlegemuster zur Auswahl.
Unterschiede: Parkett, Mehrschichtparkett, Laminat
Auch wenn sich Holzböden und Holzimitate optisch ähneln, weisen sie doch klare Unterschiede bei Herstellung, Kosten und Langlebigkeit auf. Soll echtes Holz zum Einsatz kommen, wird zunächst zwischen Dielen, Parkett und Fertigparkett unterschieden. Kommt es dir nur auf den Look an, dann könnte zum Beispiel ein Laminatboden in Holzoptik die richtige Wahl für dich sein.
| Boden | Aufbau |
| Dielenboden | – setzt sich aus mindestens acht Zentimeter breiten Brettern zusammen – Dielen durchziehen oft in einem Stück den gesamten Raum und haben meist eine Dicke von zwei bis drei Zentimetern |
| Parkettboden | – Einschichtparkett oder Massivparkett: besteht vollständig aus dem gleichen Holz und kann mehrfach abgeschliffen werden |
| Mehrschichtparkett (früher auch Fertigparkett genannt) | – besteht aus mindestens zwei Schichten – auf einer Trägerplatte aus Holzwerkstoff oder Massivholz ist eine Deckschicht aus Holz mit einer fertig behandelten Oberfläche angebracht |
| Laminat | – die mehrschichtigen Platten setzen sich aus einem Dekorfoto unter einer heute haptisch kaum von Echtholz zu unterscheidenden Kunstharzschicht sowie hochverdichteten Faserplatten (HDF) zusammen |
Holzarten
Holz wird seit Jahrtausenden als Baumaterial verwendet und hat ein großes ästhetisches Potenzial. Der Baustoff ist besonders nachhaltig, wohngesund und besitzt noch viele weitere Vorteile. Wenn das Naturmaterial großflächig als Bodenbelag eingesetzt wird, kann es zahlreiche Einrichtungsstile unterstreichen. Unter anderem, weil es ein umfangreiches Sortiment an Farben, Strukturen und Mustern gibt.
Die Farbpalette reicht von nahezu weiß, über natürlich hölzern bis hin zu fast schwarz. Für welche Holzart du dich entscheidest, hängt von deinem persönlichen Geschmack und der gewünschten Raumwirkung ab. Zunächst solltest du herausfinden, welcher Grundton am besten zu deinem Einrichtungsstil passt: warm, kühl oder neutral. Besonders behaglich muten Holzarten in warmen Nuancen an, die sich durch rötliche, gelbe und orangefarbene Untertöne auszeichnen. Hierzu zählen zum Beispiel Kirsche, Nussbaum oder Buche. Die gräulichen oder aschfarbenen Töne von beispielsweise Esche und Ahorn gehören zu den kühlen Hölzern. Sie verleihen oft eine moderne und ruhige Optik. Helle Eiche und Birke eignen sich gut, wenn du eine Basis aus neutralen Grundtönen wie Beige und Hellbraun kreieren möchtest.
Unterschiedlichste Maserungen schaffen Struktur und kommen bei echtem Holz ohne Wiederholung aus. Wer eine moderne und zurückhaltende Wirkung erzielen möchte, sollte Hölzer mit feinen Maserungen in die engere Auswahl nehmen. Grobe, rustikale Maserungen bringen hingegen Charakter und Lebendigkeit in den Raum.

Sowohl verschiedene Holzmaserungen als auch Farbtöne lassen sich miteinander kombinieren. Oftmals scheuen sich Bauwillige allerdings vor dieser bunten Mischung, da das Risiko besteht, dass ein unruhig wirkendes Gesamtbild entsteht. Hinzu kommt, dass der Austausch eines fest installierten Bodenbelags mit einem größeren Aufwand verbunden ist. Aus diesen Gründen sollte die Wahl der Hölzer gründlich abgewogen werden.
Mit dem bewussten Einsatz unterschiedlicher Holzarten lassen sich allerdings auch Tiefe und Lebendigkeit schaffen. Um trotz der eklektischen Mischung eine harmonische Raumwirkung zu wahren, gibt es einige Tipps: Zunächst sollten ähnliche Grundtöne gewählt und möglichst keine unterschiedlichen Strukturen miteinander kombiniert werden. Das heißt aber nicht, dass alles wie aus einem Guss erscheinen muss. Es dürfen gerne gezielte Akzente durch Kontraste gesetzt werden. Wichtig ist, dass sich Farben, Materialien und Strukturen wiederholen.
Oberflächen
Abgesehen vom Mehrschichtparkett, dessen Nutzschicht bereits mit einer fertig behandelten Oberfläche versehen ist, können Dielen- und Parkettböden unterschiedlich bearbeitet werden. Zur Auswahl stehen Wachs, Öl und Lack.
| Oberflächenbehandlung | Eigenschaften |
| Wachse und Öle | – betonen Farbe und Oberfläche des Holzes – abgenutzte Stellen lassen sich zum Teil leicht ausbessern |
| Lack | – versiegelt die Oberfläche und verändert Optik sowie Haptik des Materials – länger haltbar |
| Unbehandelter Holzboden | – besonders ökologisch – Boden erfordert mehr und intensivere Pflege |

Für ein natürliches und strukturiertes Erscheinungsbild werden bei Holzoberflächen die weicheren Bestandteile gezielt herausgebürstet. Zurück bleiben die härteren Strukturen und es entsteht eine matte, sogenannte „gebürstete“ Oberfläche. Soll das Holz zusätzlich einen künstlich gealterten Look und den Charme des Unperfekten erhalten, kommt eine Beize zum Einsatz. Dabei wird die Oberfläche eingefärbt, während die Maserungen ausgespart bleiben und dadurch betont werden.
Verlegemuster
Parkettarten unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch in den Abmessungen der einzelnen Elemente und der jeweiligen Verlegeeinheit. Zum Einschichtparkett zählen etwa das massive Stabparkett, Hochkant-Lamellenparkett sowie Mosaikparkett (z.B. in Würfel- oder Fischgrätverlegung). Mehrschichtparkett umfasst hingegen Fertigparkett in zwei- oder dreischichtiger Ausführung sowie das sogenannte Tafelparkett. Die Einheiten lassen sich in unterschiedlichen Mustern verlegen:
| Verlegmuster Beispiel | Beschreibung |
| Parallelverlegung | Die Dielen verlaufen ohne Versatz, streng parallel in eine Richtung |
| Wilder Verband | Dielen oder Planken sind unterschiedlich lang und verlaufen in eine Richtung mit willkürlichem Versatz |
| Fischgrät | Parkettstäbe werden im rechten Winkel zueinander verlegt, sodass ein V entsteht |
| Würfel- oder Mosaikmuster | Muster oder Quadrate werden aus kleinen Parkettstäben zusammengesetzt |
| Diagonale Verlegung | Verlegung im 45 Grad Winkel zur Wand |
| Englischer Verband (auch Halbverband) | Die Stäbchen werden genau eine halbe Länge versetzt |

Unter den verschiedenen Verlegemuster gibt es noch weitere Varianten. Beispielsweise sind bei dem beliebten Fischgrätparkett drei Verlegemuster möglich. Die einzelnen Holzstäbchen lassen sich beispielsweise einfach, zweifach (Doppelfischgrät) oder dreifach (Dreifachfischgrät) im rechten Winkel zueinander anordnen. Auch die Wahl der Stäbchenlänge kann Einfluss auf die Gesamtwirkung des Bodens haben. Längere Stäbchen geben der Bodenfläche eine ruhige Anmutung, während kürzere Stäbchen mehr Dynamik verleihen.
Sowohl das Verlegemuster als auch die Verlegerichtung prägen den Raum optisch. Hier spielen die Faktoren Lichteinfall, Raumgröße und vor allem der persönliche Geschmack eine tragende Rolle. Solltest du beispielsweise ein dezentes Parkett ohne stark sichtbares Fugenbild bevorzugen, dann ist eine Verlegerichtung mit dem Lichteinfall ratsam. Ebenso kannst du ein kleineres Zimmer mithilfe eines längs verlegten Parketts länger erscheinen lassen.

Vorbereitung und Verlegearten
Sobald die Entscheidungen über Boden, Oberfläche und Verlegmuster getroffen wurde, solltest du dich für eine Verlegeart entscheiden und über die damit verbundene Vorbereitung des Bodens informieren. Einschicht- und Mehrschichtparkett lassen sich auf jedem festen, trockenen und ebenerdigen Untergrund verlegen (z.B. Estrich). Welche genauen Voraussetzungen für Parkettarbeiten gelten, kannst du in der VOB ATV DIN 18356 nachlesen. Die maßgeblichen Toleranzen für die Ebenheit legt hingegen die DIN 18202 fest.
In einem nächsten Schritt musst du dich für eine Verlegeart entscheiden, also wie du den Boden befestigen möchtest. Die Verlegetechniken variieren je nach Parkettart und orientieren sich an den baulichen Gegebenheiten. Hierbei stehen dir drei Möglichkeiten zur Auswahl:
| Verlegart | Beschreibung |
| Schwimmende Verlegung | Die Dielen oder Planken werden nicht mit dem Untergrund, sondern über ein Klicksystem miteinander verbunden. Der Bodenbelag befindet sich „schwimmend“ auf einer Trittschalldämmung |
| Vollflächige verklebte Verlegung | Der Bodenbelag wird vollflächig mit einem speziellen Parkettkleber auf dem Untergrund angebracht |
| Nageln oder Schrauben | Die Massivholzdielen werden auf einer Holzkonstruktion genagelt oder verschraubt |
Du musst in Abhängigkeit von der Verlegart auch die Saugfähigkeit des Untergrunds beachten. Zementestrich ist beispielsweise besonders saugfähig, während Gussasphaltstrich zu den nicht saugfähigen Untergründen gehört. Dies hat Einfluss auf die Auswahl von Klebstoff und die Parkettart. Davon abhängig sind auch die Bearbeitungsdauer und die Kosten.
Beachte außerdem Aspekte wie Schall, Feuchteschutz und überlege dir frühzeitig, ob du eine Fußbodenheizung möchtest. Bei einem vollflächig verklebten Parkett wird beispielsweise der Trittschall reduziert und die Wärmeübertragung in Kombination mit einer Fußbodenheizung ist besonders gut. In folgendem Video zeigen wir dir, wie Parkett Schritt für Schritt verlegt wird und was es dabei zu beachten gilt:
Das Imitat – Laminat und Fliesen
Holzböden sind verhältnismäßig pflegeleicht, langlebig und kleine Schäden lassen sich in der Regel leicht ausbessern. Allerdings kann Feuchteeinwirkung bei einigen Holzarten bleibende Spuren hinterlassen. Wer sich für Feuchträume und Bereiche mit hoher Nutzungsintensität einen besonders strapazierfähigen Boden wünscht, auf die Holzoptik aber nicht verzichten möchte, dem stehen einige Möglichkeiten zur Auswahl.
Eine kostengünstigere und besonders robuste Alternative zum Echtholzboden stellt beispielsweise Laminat dar. Der Bodenbelag imitiert Holz- und Parkett optisch und haptisch sehr überzeugend. Außerdem kann Laminat relativ unkompliziert in Eigenleistung im Klicksystem oder „schwimmend“ verlegt werden. Inzwischen gibt es auch einige Produkte, die Wasserresistenz aufweisen und sich für das Badezimmer eignen.
Der Klassiker für Bad, Küche und den Eingangsbereich ist die strapazierfähige und feuchteunempfindliche Fliese. Holzdekore erstaunen heutzutage mit authentischen Oberflächenmaserungen, dreidimensionalen Holzstrukturen und können in unterschiedlichen Mustern (z.B. als Fischgrät) verlegt werden. Besonders authentisch erscheinen sie mit einem schmalen und dezenten Fugenbild.
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