Wohlfühl-Bad

Elegantes Badezimmer mit zwei Waschbecken

Dein Badezimmer ist in die Jahre gekommen und braucht eine Verjüngungskur. Damit du dieses aufwendige Vorhaben erfolgreich umsetzen kannst, bedarf es einer sorgfältigen Planung. Welche Faktoren dabei wichtig sind, werden wir dir im Folgenden erläutern. Und wir schauen auch auf die Trends fürs Jahr 2026.

Die Bedürfnisse checken

Im ersten Schritt sollten die Bedürfnisse aller „Baduser“ abgeklärt werden. Je mehr Personen das Bad nutzen, desto differenzierter fallen möglicherweise die Anforderungen an die Ausstattung aus. Braucht man ein oder zwei Waschtische? Lieber eine begehbare Dusche und/oder eine Badewanne? Soll das WC mit Duschfunktion ausgestattet sein und somit auch als Bidet genutzt werden können? Es werden viele Fragen auftauchen. Und eine Familie mit Kindern hat zwangsläufig andere Ansprüche als etwa ein kinderloses Paar, eine Einzelperson oder auch Senioren.

Eine Vorab-Bedarfsanalyse sollte am besten unter Mitwirkung aller beteiligten Personen ausgearbeitet werden. Und es empfiehlt sich, grundlegende Entscheidungen, wie zum Beispiel das Pro oder Contra Badewanne, bei einem langfristigen Projekt solchen Umfangs wenn möglich gemeinsam zu entscheiden.

Eine Familie mit Kindern steht vor dem Badezimmer Schlange
Schlange stehen am frühen Morgen: um das zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Badplanung auf die jeweiligen Benutzer auszurichten. Foto: elements.envato.com/svitlanah

Ganz mein Typ

Die Gestaltung vom Badezimmer ist Typsache. Die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft bietet auf der Suche nach dem eigenen Badtyp eine tolle Unterstützung: Unter dem Link https://gutesbad.de/de/service/welcher-badetyp-bist-du.php kannst du schnell herausfinden, welches Bad am besten zu dir passt. Eine Abfrage unterschiedlicher Faktoren führt direkt zu der Einschätzung, ob man eher zur Spezies der Praxis-, Wohn-, Genießer- oder Komfort-Bad-Typen zählt. Diese Kategorisierung kann als nützliche Grundlage für den ersten Schritt in Richtung Badplanung dienen.

Ob seniorengerecht, komfortabel und praktisch oder gar wellnessorientiert: Badezimmer können in jedem erdenklichen Look gestaltet werden. Fotos: elements.envato.com

Fachmännische Unterstützung

Im besten Fall hast du schon eine grobe Vorstellung von deinem zukünftigen Badezimmer. Im Internet findest du ein weiteres nützliches Tool: dort gibt’s zahlreiche Online-Badplaner, mit denen sich deine Ideen vorab visualisieren lassen. Dies kann auch als Grundlage für den Fachmann dienen, mit dem du nun in Kontakt treten solltest. Auf der Basis deiner Wünsche und Überlegungen wird er dir unter Einbeziehung der örtlichen Gegebenheiten (z.B. Wasser- und Stromleitungen, etc.) bei der konkreten Planung helfen. Durch sein Fachwissen kann er dir mit validen Ratschlägen beiseite stehen, er weiß genau, was machbar ist und was nicht. Bei einem umfangreichen Sanierungsvorhaben sollte man auf keinen Fall zögern, auf das Fachwissen geschulter Handwerker zurückzugreifen.

Der Aufwand für die Planung eines Standardbads ist in der Regel überschaubar. Es gibt jedoch Badezimmersituationen mit speziellen aufwendigeren Anforderungen. Wir haben drei davon ausgewählt, auf die wir im Folgenden näher eingehen werden:

1 – Klein, aber fein

Kleines Badezimmer Interieur
Nicht einfach, aber machbar: ein Minibad mit Maxikomfort. Foto: elements.envato.com/GroundPicture

Kleine Bäder zu renovieren ist ziemlich herausfordernd, denn hier gilt es, auf wenig Grundfläche möglichst viel „Bad“ unterzubringen. Schwierig bis unmöglich wird’s aus Platzgründen meist mit einer Badewanne, deshalb macht es mehr Sinn, einen kleineren Raum als Duschbad mit verglaster Duschkabine zu nutzen. Die Komponenten WC und Waschtisch sollten so platziert werden, dass ein Maximum an Bewegungsfreiheit garantiert ist. Ein Waschtischunterschrank mit Auszügen dient als nützlicher Stauraum; falls darüber hinaus Möbel vonnöten sind und noch Platz verfügbar ist, solltest du diese entlang der Wände stellen. Am besten ist es, die Badezimmereinrichtung eher mit Schubladenauszügen oder Türen als mit offenen Regallösungen zu versehen, das lässt den Raum aufgeräumter und somit größer wirken.

Als Gestaltungsmittel können sogenannte Installationswände, in denen zum Beispiel Wasserleitungen untergebracht sind, genutzt werden. Die dadurch entstehenden Nischen lassen sich innenarchitektonisch meist gut integrieren. Besonderes Augenmerk sollte man im kleinen Bad der Beleuchtung widmen. Geschickt eingesetztes Licht lässt Räume weiter und offener wirken. Bei den Fliesen kann man mit großen Formaten und hellen Farben eine großzügige Atmosphäre schaffen.

2 – Schön schräg

Elegantes Badezimmer Design
Das Badezimmer unterm Dach: stylisch und gemütlich im Wellness-Look./Foto: elements.envato/Pro creator

Unterm Dach besteht die Hauptaufgabe darin, die Schräge in ein funktionales, ästhetisches Konzept mit einzubeziehen. Wenn dies gelingt, wirst du in den Genuss einer kleinen Wellnessoase kommen. Die Schrägen sollten als Stilmittel in die Gestaltung einfließen und Teil der Konzeption werden. Experten raten zur Einhaltung folgender Mindesthöhen: Der Stehbereich in der Dusche sollte zwei Meter Höhe haben, beim Waschbecken sind 1,9 Meter sinnvoll und beim WC kommt es auf die Sitzhöhe an, deshalb kann es oft in der Schräge platziert werden. Die Badewanne lässt sich gut in einen Bereich mit geringer Höhe integrieren, ebenso können dort auch Waschmaschine und Schränke untergebracht werden.

Die Statik von Dachgeschossböden ist nicht immer auf zusätzliche Gewichte, also zum Beispiel eine mit Wasser gefüllte Badewanne, ausgelegt. Bei Unsicherheiten sollte dies vom Statiker geprüft werden. Des Weiteren stellt die oft nicht ausreichende Möglichkeit zum Lüften ein Problem dar. Auch dies muss bedacht werden und im Bedarfsfall gibt es mechanische Lüftungssysteme mit Feuchtesensor.

Haltestangen: Basics der Barrierefreiheit. Foto: elements.envato.com/
chormail

3 – Bitte barrierefrei

In jungen Jahren macht man sich in der Regel noch keine Gedanken über Barrierefreiheit. Doch bei einer Badsanierung, die oft auch aufgrund sich ändernder Lebensumstände wie körperlicher Einschränkungen ansteht, wird sie schnell zum Thema. Bei Mobilitätseinschränkungen bedarf es eines Badezimmers, in dem man sich sicher bewegen – und so lange es geht – selbstständig um die Körperhygiene kümmern kann. Oft reichen Maßnahmen wie etwa der Austausch der alten Badewanne gegen eine bodenebene, große Duschkabine und das Anbringen von Haltestangen in Dusche, Badewanne und neben dem WC. Nicht immer ist dann ein kompletter Austausch aller Komponenten oder auch alter Leitungen und Anschlüsse notwendig und Teilrenovierungen sind in dringenden Fällen oft auch die bessere Alternative. Denn sie sind, im Vergleich zu den durchschnittlich für eine Badsanierung benötigten 15 Tagen Baustelle, viel schneller umsetzbar.

Um ins barrierefreie Bad zu gelangen, eignet sich am besten eine Schiebetür. Ist dies nicht umsetzbar, sollte sich die Türe nach außen und nicht in den Raum hinein öffnen lassen. Die sogenannten Bewegungsflächen vor WC, Waschbecken und Dusche sollten mindesten 120 x
120 cm, idealerweise jedoch 150 x 150 cm betragen. Benötigt man ein unterfahrbares Waschbecken, liegt die dafür benötigte Tiefe bei mindestens 30 Zentimetern und die Höhe bei 67 Zentimetern unter dem Becken. Die Bedienhöhen für die Armaturen sollten zwischen 85 und 105 Zentimetern liegen, empfehlenswert sind Einhebelmischer oder gar Sensorarmaturen. Als Bodenbelag sorgen rutschhemmende Fliesen mit Rutschhemmklasse R10 oder höher für eine sichere Bewegungsgrundlage.

Fliesen, Armaturen und Co.

Ein stylishes Badezimmer mit einem Mix aus blaue und weißen Fliesen
Fliesen sind eines der Hauptgestaltungsmittel im Badezimmer. Formate und Farben setzen prägnante Akzente. Foto: elements.envato.com /dasha11

Fliesen: Feuchtigkeit ist im Badezimmer das Thema Nummer 1. Sie ist überall, was man bei der kompletten Ausstattung berücksichtigen muss. Bei den Fliesen ist das wichtigste Kriterium, dass sie so wenig Wasser wie möglich aufnehmen. Gut geeignet ist Feinsteinzeug, das mit einer Wasseraufnahme von durchschnittlich unter 0,5 Prozent ideal für Böden und Nassräume ist. Auch Keramikfliesen können zum Einsatz kommen, bevorzugt jedoch an Wänden. Entscheidend ist die Rutschhemmung der Bodenbeläge. Wie schon erwähnt, sollte man keine Bodenbeläge mit einer Rutschhemmklasse unter R10 einsetzen. Weiteres Kriterium ist die Pflegleichtigkeit und die Hygiene der Fliesen. Feinsteinzeug erhält auch in diesem Punkt gute Noten, weniger geeignet ist dagegen der offenporigere Naturstein. Aktuell geht der Trend auch zu besonders feuchteresistenten Holzböden, die mit ihrer warmen Optik schöne Akzente setzen.

Allgemein gilt, dass große Fliesenformate den Raum größer und ruhiger wirken lassen. Weiterer Vorteil großer Formate sind weniger Fugen, und dadurch wiederum die einfachere Pflege. Jedoch lassen sich auch andere Fliesenformate umsetzen. Mosaikfliesen etwa oder auch kleinere Fliesenformate eignen sich gut für Böden oder Duschen mit Gefälle und haben oft eine bessere Rutschfestigkeit.

Armaturen: Der Einhebelmischer hat sich schon seit langem als Standard etabliert. Er punktet mit seiner Praktikabilität und ist wassersparend. Zweigriffmischer dienen oft als optischer Blickfang, Kalt- und Warmwasser lassen sich mit diesen präziser einstellen. Armaturen aus verchromtem Messing oder Edelstahl überzeugen durch ihre Langlebigkeit. Die Oberfläche gibt es glänzend, matt und in unterschiedlichsten Farben, wobei die Edelstahloptik am gängigsten ist. Aktuell ist auch schickes Mattschwarz angesagt. Zum Wassersparen und für erhöhten Komfort empfehlen sich Armaturen mit Thermostat, Strahlregler oder auch Temperaturbegrenzung.

Ob mit Dekorfliesen, im aktuellen Trend Mattschwarz oder gerne auch in kräftige Farben getaucht: Die persönliche Note macht das Badezimmer zum kleinen Wellnesstempel.

Farbe: Was für die Fliesen gilt, lässt sich auch auf das Thema Farbe übertragen. Große gleichfarbige Flächen wirken ruhiger und entspannter als wildes Durcheinander und kleinteilige, unterschiedliche Farbfelder. Helle Töne machen den Raum größer, können jedoch auch mit einer Akzente setzenden Ergänzungsfarbe coole Looks kreieren. Am effektvollsten wirkt das in größeren Räume. Wichtig ist es, feuchtigkeitsbeständige, diffusionsoffene Farben zu nutzen, die es überall im Handel gibt. Fensterlose Bäder und solche, die man nur schlecht lüften kann, sollte man vorsorglich mit schimmelresistenten Produkten streichen.

Eine Frage des Geldes

Die Handwerkerkooperation „bad&heizung“ hat die durchschnittlichen Sanierungskosten der im Durchschnitt bei 7 bis 8 Quadratmeter liegenden Bäder ermittelt. Diese beliefen sich im Jahr 2023 inklusive neuer Rohrleitungen, der Maler- und Elektroarbeiten sowie Maurer- und Fliesenarbeiten bei mittlerer Ausstattung, dem sogenannten Economy-Bad, auf circa 34.500 Euro. Für die gehobene Ausstattung, dem Komfortbad, musste man im Vergleich dazu schon um die 45.000 Euro ausgeben. Im Premiumsegment bewegt man sich schnell in Richtung 80.000 Euro, dann allerdings inklusive Besonderheiten wie spezielle Fliesen, Armaturen, Echtholzbadewanne oder hohe Digitalisierung. Für eine Basisrenovierung ohne großen Schnick-Schnack muss man im Schnitt beim Bad in Durchschnittsgröße mit etwa 28.000 Euro rechnen. Bei den Preisangaben müssen regionale Unterschiede einkalkuliert werden.

Dos and don’ts auf einen Blick

Beherzigt man Tipps von Fachleuten, wird man lange viel Freude am neuen Badezimmer haben. Dazu zählen unter anderem:

  • für gut greifbare Bedienelemente sorgen
  • für ausreichend und gut erreichbare Ablagefläche und Stauraum sorgen
  • rutschfeste Bodenfliesen verwenden, im besten Falle Antirutsch-Oberflächen in der begehbaren Dusche
  • ergonomische Lösungen für mehr Komfort, das heißt gute Bewegungsfreiheit im Raum und gute Zugänglichkeit zu den Armaturen
  • bei der Optik eher auf einen zeitlosen Look als auf den brandaktuellen Trend setzen
  • darauf achten, dass alle neuralgischen Punkte, wie der Boden, Dusche, Badewanne, etc. perfekt abgedichtet sind.

Von der „normalen“ Badausstattung, deren Fokus auf Alltagstauglichkeit liegt, bis hin zum glamourösen Wellnesstempel ist schlichtweg alles machbar und möglich. Es ist ganz einfach eine Frage des Geschmacks und zu guter Letzt des Geldbeutels. Ein paar Beispiele zeigen die enorme Vielfalt von Badezimmer-Looks.

Glamourös in Grau und Weiß
Eine Galerie unterschiedlichster Baddesigns.

„Quiet luxury“ setzt 2026 auch im Badezimmer Akzente. Der Begriff steht für ein Designkonzept, das auf die Vereinigung schlichter Formen und hochwertiger Verarbeitung steht. Die Farbtöne sind warm, Materialien wie Stein und Holz spiegeln die Nähe zur Natur wider. Im Badezimmer ist das Ziel, einen Raum für die Entschleunigung des Alltags zu kreieren. Weiche Formen und Rundungen sorgen für Harmonie und mehr Wohnlichkeit. Farben dürfen auch mal dominieren, hier sind vor allem matte Oberflächen gefragt. Bei alldem kommt jedoch auch die Funktionalität nicht zu kurz. Der persönliche Rückzugsort soll in allen Belangen so angenehm wie möglich sein.

Tipp: Save the date!

Sanierungswillige können sich jedes Jahr im September beim „Tag des Bades“ nützliche Informationen einholen. Beteiligte Firmen öffnen an diesem Tag ihre Tore und warten mit Wissenswertem rund ums Thema Bad auf. Eine gute Gelegenheit, in den Austausch mit Experten zu treten. Der nächste „Tag des Bades“ ist für den 19. September 2026 geplant.

Und weitere Infos gibt’s auch hier:

Schau doch mal auf unserer Website www.hausbauhelden.de vorbei. Dort findest du weitere Beiträge zum Thema, die für dich viel Wissenwertes bereithalten.